Biken mit Scheinwerfer

Wir tragen Sorge zur Umwelt! #bikekodex

Als Trägerschaft MTB-Michelsamt liegt es uns am Herzen für ein partnerschaftliches Miteinander und gegenseitiges Verständnis aktiv beizutragen. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Beitrag über das Biken mit Scheinwerfer bei Dämmerung und Nacht aufklären. Dazu haben wir uns mit Christian Hüsler (Fachbereichsleiter Jagd und Wildhüter Kanton Luzern) getroffen und uns zum Thema ausgetauscht und ein kurzes Video (siehe unten) aufgezeichnet für die sozialen Medien. Das ganze Interview in schriftlicher Form:

Biken im Wald mit Scheinwerfer was ist zu beachten?

In der Dämmerung und Nachts ist aufs Biken in störungsempfindlichen Lebensräumen von Wildtieren wie in Wäldern zu verzichten. Muss aber trotzdem ein Wald in der Dämmerung oder Nachts gequert werden, dann unbedingt auf den Waldstrassen bleiben und keine Singletrails nutzen, um die Störung möglichst gering zu halten. Zudem soll allfällige Beleuchtung möglichst tief – also besser am Rahmen des Bikes als am Velohelm – montiert werden, damit der Lichtkegel möglichst starr und möglichst nur die direkte Umgebung des Bikers ausleuchtet.

Was hat das Licht für einen Einfluss auf die Wildtiere? Was passiert wenn Wildtiere verängstigt werden?

Künstliches Licht, welches sich bewegt, beherbergt ein grosses Störungspotenzial. Viele Wildtiere haben ihre Hauptaktivitätszeiten wegen den intensiven menschlichen Aktivitäten tagsüber zudem in die Dämmerung und Nacht verlagert, wodurch jede Störung in dieser Tageszeit die Aktivitätsmöglichkeiten zusätzlich einschränkt. Auch anpassungsfähige Wildtiere wie Rehe sind stressanfällig und reagieren bei Störungen mit Verlagerung des Lebensraums oder den Aktivitätsschwerpunkten, aber auch mit erhöhtem Nahrungsbedarf und höherer Anfälligkeit gegenüber Parasiten und Infektionskrankheiten. Eine negative Auswirkung auf die Reproduktion (Nachwuchs) ist vor allem bei verschiedenen Vogelarten eine Folge von zu starken Störungen.

Macht der Scheinwerfertyp und die Montage einen Unterschied?

Die Devise lautet; wenn mit Scheinwerfern störungsempfindliche Lebensräume gequert werden müssen, dann die Störung durch folgende Massnahmen möglichst gering halten:

  • Scheinwerfer möglichst tief (am Velorahmen statt am Helm) und möglichst starr (am Rahmen statt am Lenker oder am Helm) montieren.
  • Scheinwerfer verwenden, welche nicht zu weit strahlen, sondern nur die unmittelbare Umgebung des Bikers ausleuchten.
  • Scheinwerfer mit möglichst warmem (gelbes) statt dem LED-typischen kalten (blaues) Licht verwenden

Ich fahre hauptsächlich auf Waldstrassen mit Licht, ist das gleich problematisch?

Nein, Waldstrassen sind nicht ganz so problematisch. Da Waldstrassen relativ geradlinig verlaufen, ist auch der Lichtkegel auf die Waldstrasse vor dem Bike begrenzt. Bei Singletrails mit vielen kleinen aber engen Kurven und Bodenwellen schwenkt der Lichtkegel dauernd hin und her sowie rauf und runter, wodurch ein viel grösserer Raum ausgeleuchtet wird. Einerseits wird dadurch der Radius der Störung um den Biker herum grösser und die Fortbewegung des Bikes wirkt für die Wildtiere unberechenbarer, wodurch viele Tiere mit noch grösserem Stress und stärkerem Fluchtverhalten reagieren.

Wo kann ich mich detaillierter zum Thema informieren?

Unter folgenden Links findest du weiterführende Informationen:

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